Wer oder was ist überhaupt ein Loverboy?

Loverboys sind Zuhälter mit Don-Juan-Allüren, die meist selbst noch Teenager sind und minderjährige Mädchen im Alter ab 11 Jahren in die Prostitution zwingen. Loverboys sprechen von der großen Liebe, machen großzügige Geschenke, schleichen sich im Freundeskreis ein, suchen sich ihre Opfer vor Schulen, in der Nähe von Jugendtreffs oder im Web.

Opfer sind Mädchen aus ganz normalen Familien.

Loverboys gehen sehr strategisch vor, achten anfangs sogar darauf, dass die Mädchen Hausaufgaben machen und nicht schwänzen, damit die Eltern möglichst lange nichts merken.
Wer einmal in die Fänge eines Loverboys gerät, hat nur wenige Chancen wieder von ihm los zu kommen. Die Mädchen werden von ihrer Familie entfremdet, von Freunden des Loverboys vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen und verschwinden oft spurlos.

Bericht eines ehemaligen Opfers:

„Er sprach mich vor der Schule an, nahm mich im Auto mit. Er hatte schöne Augen, schenkte mir CDs und schicke Sachen. Wir gingen aus. Immer nur nachmittags, damit ich zu Hause keinen Ärger bekam. Ich war verknallt in ihn.
Dann der erste Sex auf seiner Bude. Kurz danach kamen andere Jungen ins Zimmer, die mich streichelten. Es sei normal, dass seine besten Freunde auch Sex mit mir haben, sagte er. Heimlich wurde fotografiert. Bald zeigte er mir die Bilder und ich hatte Angst, dass meine Eltern sie sehen.“

Bald nach dem ersten Sex tischen Loverboys z.B. die Geschichte mit den Schulden auf, die sie nur abzahlen könnten, wenn das Mädchen ein paar Mal mit Männern ins Bett geht. Aus ein paar Mal wird täglich, schließlich mehrmals täglich. In seinem Zimmer, in Absteigen, auch in seinem Auto. Wenn es mal schnell in einer Freistunde sein soll, kommt eine SMS: „Muss dich sehen, gleich.“ Bald kommen Drogen ins Spiel, erst Haschisch, dann Kokain, später noch weitere. Auch dadurch machen sie die Mädchen von sich abhängig.