Gästebuch

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  1. lovebear89

    Ich hab morgen einen Termin und werde mal sehen, welche Möglichkeiten mir weiterhin zur Verfügung stehen. Ich bin schom ziemlich angespannt und meine Angst macht es mir nicht leichter. Wie geht ihr mit euren Introjekten wie zb: “ Du bist selber Schuld und hast dich dazu entschieden, weil du mich liebst“ um? Es gibt etliche weitere Introjekte, die sich in mir eingebrannt haben..setzt ihr neue ‚gesunde‘ Gedanken ein oder haltet ihr das aus?

    7. November 2018 um 21:42

  2. chrissy sagt:

    Je mehr Hilfsangebote man bekommt, desto besser ist es. Du kannst auswählen was dir mehr hilft. Nutze es…………
    Chrissy

    6. November 2018 um 23:11

  3. lovebear89

    Hallo Chrissi,
    Ja , aber sind das nicht Dinge, die ich in meiner Therapie auch erhalte? O hat das nochmal eine andere Basis…??
    Grüße

    6. November 2018 um 22:30

  4. Chrissy sagt:

    Du hast doch eigentlich dein Ziel schon genannt…..
    Versuche es mit einer Beratung
    Chrissy

    6. November 2018 um 19:47

  5. lovebear89

    Liebe Esther,
    Helfen muss ich mir alleine. Das kann keiner außer wir selber. Aber es tut unheimlich gut, damit nicht alleine zu sein. Und auch zu hören, dass man es schaffen kann aus dem Teufelskreis auszubrechen. Die Beratungsstelle hat mir einen Termin angeboten. Ich bin unsicher, weil ich kein konkretes Ziel verfolge, außer dass ich meine Vergangenheit akzeptieren, verstehen und abschließen kann. Ich weiß nicht, ob eine Beratungsstelle da der richtige Ansprechpartner ist. Vielleicht hemmt mich auch die Angst.

    6. November 2018 um 19:12

  6. Esther

    Hallo lovebear89,
    ich habe dafür Jahre gebraucht, auch mit Therapie-Unterstützung und nun bin ich schon über 40. Das Schwierige ist ja, dass wir noch lange uns mit ihm identifizieren und seine Überzeugungen verinnerlicht haben, z.B. dass wir eine kleine Sch**** sind. In der Trauma-Psychologie spricht man da auch von täterloyale Introjekte. Weshalb wir uns selbst herabsetzten. Das ist diese Abhängigkeit, die uns daran hindert, aus diesem Denken raus zu kommen.
    Aber es ist möglich. Es braucht aber viel Zeit und Geduld, aber auch Disziplin, uns daraus zu entwickeln.
    Helfen kann ich dir in diesem Gästebuch sicherlich nicht wirklich, aber gut, dass du dich beim Team schon um Beratungsstellen erkundigt hast.
    Beste Grüße Esther

    5. November 2018 um 22:41

  7. lovebear89

    Hallo Esther,
    hast du eine Therapie hinter dir oder hast du es alleine geschafft, alldem zu entkommen? Ich finde deine Antwort sehr lebensbejahend und du machst mir Mut, dass ich irgendwann einmal eine andere Denkweise dem gegenüber entwickeln kann. Ich bin so fest davon überzeugt, dass all das meine Schuld war, weil ich ja frei entschieden habe. Wie bist du zu dieser Erkenntnis gelangen können? Ich arbeite in der Therapie daran, eine andere Denkweise zu entwickeln. Er hat immer wieder gesagt, dass ich nur ihn habe, dass er alles meinen Eltern erzählt und dass dann jeder sehen kann, was ich für eine kleine Sch**** bin. Und das all das meine Entscheidung und meine Schuld sei. Er würde mich nur lieben, wenn ich seine Bedingungen erfülle. Ich ekel mich so sehr und manchmal habe ich das Gefühl, dass dieser Ekel mich von etlichen Vergewaltigungen von seinen „Freunden“ einholt.

    4. November 2018 um 21:52

  8. Bärbel

    Hallo Brenda,

    vielleicht liest du ja diese Zeilen ?!
    Ich würde mich sehr freuen von dir zu hören. Ich habe auch zu deinem Geburtstag im August an dich gedacht…………….
    LG
    Bärbel

    4. November 2018 um 18:23

  9. Esther

    Hallo lovebear89,
    ich hatte ihn auch geliebt, aber heute ist mir klar, dass das mehr eine Abhängigkeit war. Alle anderen außerhalb der Szene konnten es nicht verstehen, dass ich mit ihm zusammen war und mir das antat. Auch dass ich meinen Körper frei gab, sah ich als meine Entscheidung an. Bin damit sogar immer sehr forsch aufgetreten. Aber im nachhinein weiß ich, dass das mehr eine Überlebens-Rhetorik war und mit einer selbstbestimmten Entscheidung nicht viel zu tun hatte.
    Im Film ‚Sie gehört ihm‘ findet sie ja auch nicht mehr zurück ins Leben, sondern sie steigt aus dem Fenster ihres Elternhauses aus und geht zu ihm zurück.

    4. November 2018 um 17:53

  10. Team NO loverboys sagt:

    Es gibt :
    Schattenriß in Bremen
    Beratungs- und Betreuungsprojekt für Opfer von Frauenhandel und Zwangsprostitution in Bremen (BBMeZ)
    Diakonisches Werk Bremerhaven
    Wildwasser in Rotenburg
    Team NO loverboys

    2. November 2018 um 15:24

  11. lovebear89

    Kemnt jmd von euch Beratungsstellen im Raum Cuxhaven/Bremerhaven/Bremen?

    2. November 2018 um 13:55

  12. Paulina

    Hallo Esther,
    ich finde „Yesterday“ auch gut.
    Bei mir war es APFELBAUM . Es hört sich bescheuert an, aber der Apfelbaum bei meiner Oma im Garten war für mich etwas Einmaliges. Er hatte die leckersten Äpfel der welt und in seinem Schatten haben meine Freundinnen und ich oft gesessen.
    Er war für mich eine heile Welt, ein Platz zum Träumen.
    Wenn ich jetzt an „Apfelbaum“ denke, dann sehe ich einen Ort für meine Zukunft.
    Irgendwann werde ich irgendwo meinen Apfelbaum haben.

    2. November 2018 um 10:06

  13. lovebear89

    Hallo Esther,
    Ich finde das mit dem Wort ‚yesterday‘ sehr hilfreich. Bist du deinen Weg danach alleine gegangen? Die Schuld gebe ich mir immer noch…ich kann das Gefühl schlecht ablegen. Ich habe es ja getan, weil ich ihn so sehr liebte. Und irgendwie ist das dann auch meine Entscheidung, wenn ich meinen Körper frei gebe??!!

    2. November 2018 um 09:10

  14. Esther

    Hallo zusammen,
    mir hilft das Wort „Yesterday“, das heißt, dass es nun vorbei ist und heute nicht mehr die Bedrohlichkeit hat. Alleine Verdrängen und Vergessen ging bei mir nicht, immer wieder gab es Momente, wo Erinnerungen hoch kamen. Das Verstehen der Geschehnisse, auch dass wir keine Schuld haben, war mir wichtig. Aber das dauerte bei mir lange Zeit.
    Grüße Esther

    1. November 2018 um 22:18

  15. lovebear89

    Hallo!
    Ich war mit 16 Jahren selber betroffen und leide noch heute an den psychischen Folgen. Manchmal überlege ich zurück zu gehen. Obwohl all das schon soviele Jahre zurück liegt. Mittlerweile bin ich 29. Ich bin erst vorkurzem auf den Begriff Loverboy gestoßen und kann diesen Teil meines Lebens nun besser einordnen. Ich fühle mich so verloren und weiß manchmal nicht so ich hingehöre. Ich bin weit weg von dem Ort gezogen, mache aktuell eine ambulante Verhaltenstherapie und gehe in ein paar Wochen in eine Klinik, um mein Trauma aufzuarbeiten. Jahrelang hab ich alles tot geschwiegen. Weil ich mich so dafür schäme und mir das alles so peinlich ist. Ich fühle mich schuldig. Ich will nicht mehr schweigen. Ich suche Menschen, die mich verstehen und mit denen ich mich austauschen kann. Dieser Post kostet mich gerad sehr viel Mut und gleichzeitig hab ich auch Angst, dass mich meine Vergangenheit wieder einholt.

    1. November 2018 um 18:25

  16. Chrissy sagt:

    Anders sein, bedeutet oft : Einsamkeit !
    Allein das ist schon ein Riesenproblem. Dann aber auch noch zur Prostitution gezwungen werden, ist unmenschlich.
    Nicht zu ertragen ist jedoch wenn Menschen bei denen man Hilfe sucht, das Leid noch verschlimmern.
    Esther, verdrängen oder vergessen geht. Lernen mit der Vergangenheit zu leben ist ein langer und steiniger Weg. Wir wünschen dir dazu Freunde und ganz viel Kraft
    Chrissy
    Team NO loverboys

    1. November 2018 um 09:20

  17. Christine

    Mädels, man kann es schaffen !
    Ich war eine von Euch. 2010 hörte ich erstmals den Begriff LOVERBOYS und erfuhr auch, ich bin nicht allein.
    Ich traf Bärbel und konnte reden. Sie hat mich verstanden, hörte mir zu und stand zu mir.

    Seit dem 1.10.2018 bin ich Polizistin. Ich möchte aber nicht nur die Täter suchen, sondern ich möchte auch für die Opfer da sein !
    Mädels, traut euch !
    Eure Christine ( früher Cheyenne)

    1. November 2018 um 09:13

  18. Esther

    Hallo,
    nun möchte ich mal meine Geschichte erzählen, auch wenn diese in mancher Hinsicht etwas anders ist. Den Begriff Loverboy kenne ich erst seit dem Film „Ich gehöre ihm“ und der hat mir sehr geholfen, mein Leben besser zu verstehen.

    Meine Kindheit verlief noch relativ normal, außer dass ich bald sexuelle Übergriffe erlebt hatte. Das passierte ausgerechnet in der Umwelt- und Friedensbewegung, da es in den 80er Jahren dort auch pädophile Aktivisten daruntermischten und dort in ein pädophiles Netzwerk kam.
    Dann verlief meine Pupertät anders ab. Rein chromosomal sollte ich eigentlich männlich mich entwickeln, aber wegen einer „Geschlechtsentwicklungsstörung“- oder besser gesagt, eine andere Geschlechtsentwicklungsvariation blieb dieses teilweise aus.
    Ich lebte sehr isoliert und in der Schule haben die zu mir „Monster“ oder „Zwitter“ gesagt (was das zweite gesagte rein biologisch ja nicht ganz verkehrt war) und sagten zu mir, dass ich irgendwann auf dem Strich landen würde.
    So war es nun dann auch. In dieser Zeit lernte ich einen Mann kennen, der mich so wie ich war völlig akzeptierte und mich so annahm.
    Er war selbständig und weil seine Firma nicht gut lief und er in den Bars viel Geld ausgab, hatte er Schulden. Dann hat er mir gesagt, dass ich ihm helfen könnte und hat mich dann in die Prostitution gebracht. Weil er mich mit meiner körperlichen Besonderheit so völlig akzeptierte und er diesbezüglich mein einziger Halt für mich war, fand ich da nicht mehr raus.
    In kürzester Zeit habe ich mich zu meinen sonstigen Freunden völlig entfremdet, viele Kontakte abgebrochen und wurde psychisch völlig abhängig von ihm.
    Erst als er nach mehreren Jahren seine Krebsdiagnose bekam und auch daran bald verstarb, konnte ich mich von ihm lösen.
    Aber die schlimmste Zeit sollte noch einmal zurück kommen. Ich suchte Hilfe bei einer Prostituierten-Beratungsstelle, auch um über meine Perspektiven zu sprechen. Diese Beratungsstelle arbeitete aber in Wirklichkeit für Prostitution, wo uns auch die Option nahe gelegt wurde, uns zu professionalisieren und so weiter zu machen. Das verdrehte nun mein Leben völlig.
    Irgendwann habe ich das alles durchschaut und sehe das heute alles aus einer völlig anderen Perspektive.
    Nun bin ich dankbar, dass ich andere Menschen kennen gelernt habe und endlich ein par wirklich echte Freunde gewonnen habe. Heute habe ich wieder Freude an den Farben beim Sonnenaufgang und gehe nicht mehr mit einer verzerrten und betäubten Wahrnehmung durchs Leben, die mich damals schützen musste. Auch wenn ich immer wieder Wut spüre, wenn z.B. falsche Gender- oder Queerfeministinnen immer nur von Sexarbeit sprechen, weil sie gar nicht wissen, wie es den allermeisten prostituierten Frauen wirklich im inneren geht.

    27. Oktober 2018 um 23:37

  19. Team NO loverboys

    Gerade erhalten wir die Meldung :

    Die vermisste 15-jährige Vivien aus Hessen wurde von der Polizei gefunden !

    24. Oktober 2018 um 09:50

  20. Luisa

    Liebe Bärbel Kannemann
    ich möchte mich ganz herzlich für das Gespräch gestern bedanken. Danke für die Zeit, fürs ZUHÖREN und für die Anteilnahme.
    Ich melde mich, wenn ich eine Entscheidung getroffen habe.
    Einen lieben Gruß
    Luisa

    23. Oktober 2018 um 15:54